Vizediktator (d)

Fr 29. September - 21 Uhr

Mit  ihrer  rauen  Mischung  aus  Post-Punk  und  Power-Pop  mit  Anleihen  aus...

  NDW  und  New  Wave  probt die  Band  aus  Berlin  den Aufstand  und  rüttelt  mächtig  am  System,  wie  es  schon  andere  Vertreter  aus Münster  (Messer)  oder  Stuttgart  (Die  Nerven)  und  Hamburg  (Trümmer,  in  der  seichteren  Version)  tun. Aber  VIZEDIKTATOR  blicken  nicht  nur  nach  innen,  um  außen  eine  kranke  Welt  zu  beklagen,  sondern  greifen  an:  Hier  wird  nichts  beschönigt,  gilt  es  bei  dieser  Band  doch  nicht,  die  eigene  Seele  vom Grauschleier  der  Gegenwartsrealität  rein  zu  waschen.  VIZEDIKTATOR  prangern  an,  und  das  laut! Im  aufrührerischen  Gestus,  verwandt  mit  den  neuen  Vertretern  einer  jungen,  deutschen  Punkgeneration,  lässt  das  Trio  diese  weit  hinter  sich.  Denn  es  setzt  auf  die  direkte  Ansage  im  Geiste  eines  Jens Rachut  oder  Jello  Biafra,  deren  Einfluss  man  bei  Sänger  Benjamin  Heps  unweigerlichen  zu  hören  meint. VIZEDIKTATOR     sind     DIY     im     besten     Sinne.     Man     muss     nicht  das     System     niederreißen,    um    zu    gewinnen.    Aber    man    muss    aufbauen,    um    am    Ende    etwas    zu    gewinnen. Die   in   Berlins   damals   noch   toughem
Innenstadtbezirk   Kreuzberg   aufgewachsenen   Jungs   kommen  direkt  auf  den  Punkt.  Auch  wenn  ihr  Sound  mit  dem  von  Kollegen  wie  Turbostaat,  Love  A,  Captain   Planet   oder   Marathonmann   durchaus   Gemeinsamkeiten   aufweist,   setzen   sie   auf   die   deutlich  sozio-politische  Ansage  und  den  großen  Refrain.  Dazu  spinnt  sich  eine  aggressive,  pralle  und klanglich  doch  filigrane  Gitarre  um  melodische  Bassläufe  auf  einem  rohen  Fundament  präziser  Drums. Die  Band  führt  einen  durch  düster-realistische  Strophen,  um  im  Chorus  doch  wieder  Hoffnung  zu  versprühen.  Als  hätte  man  mit  dem  euphorischen  Punkrock  der  Beatsteaks  den  Übungsraum  geflutet. VIZEDIKTATOR wissen um die Spielarten des Punk, lassen sich aber nicht so einfach greifen. Fiebrig, verspult, gerade heraus und dabei stets catchy fordern sie die Jungen und Junggebliebenen zum geistreichen Pogo heraus. Wo ein Wille ist, die Welt zu verändern, da beschreiten sie ihren Weg. Auf dass die Alleinherrscher  des  gealterten  Deutsch-Punk  ihre  Zeit  hatten.  Ihre  legitimen  Nachfolger  stehen  in  den  Startlöchern. Der Despot ist tot, es lebe VIZEDIKTATOR!

Karten im Vorverkauf: 8.00 €
Karten an der Abendkasse: 10.00 €
Einlass: 20 Uhr